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Juli 2024

13. Woche (20. Juli – 26. Juli) – Viel draussen schlafen, krank und die letzten Tage alleine als Familie

By Familienauszeit, Griechenland

Der Tag startet mit Pascals Geburtstag. Die Mädels sind ganz aufgeregt und können es kaum erwarten „Happy Birthday“ zu singen. Wir frühstücken gemütlich im Cockpit, was bei 9 Leuten an Bord ein bisschen eng ist. Wir bleiben den ganzen Tag in Lakka. Es wird gemalt, gerätselt, gebadet und von Bord gesprungen, was das Zeug hält.

Ein Mädchen von der Segelayacht Lulu kommt mit dem SUP vorbei und lädt unsere Älteste auf eine Runde in der Bucht ein. Später können auch alle anderen in wechselnder Besetzung mit dem SUP die Bucht (sitzend) erkunden.

Etwa später machen wir einen Ausflug in den Ort. Wir sind überrascht und begeistert. Ein kleines, hübsches Örtchen. Irgendwie touristisch, aber mit Charme.

 

Wir finden ein tolles Resti, Stasinos Garden. Wir sind so früh am Abend die ersten und noch einzigen Gäste und werden bestens umsorgt. Die Mädels freunden sich kurzerhand mit der Tochter der Besitzerfamilie an und spielen, allen Sprachbarrieren zum Trotz, zusammen mit ihrer „Schlange“. Die Tomaten und Gewürze wachsen im kleinen Innenhof des Restaurants, wo wir auch sitzen. Die Erwachsenen geniessen das griechische Essen, die Kinder Pasta oder Pommes.

Nach drei Dinghi-Fahrten sind wieder alle zurück an Bord und sitzen lange bei einem Bier an Deck. Die Mädels spielen friedlich zusammen.

Plataria

Am nächsten Tag geht es weiter Richtung Plataria. Leider müssen wir viel motoren, da der Wind heute auch am Nachmittag Pause zu haben scheint. Am Schluss kommt dann aber doch noch etwas Wind auf und wir hissen die Segel. In der Bucht von Plataria blässt es plötzlich so fest, dass wir ziemlich Krängung kriegen. Das Schiff wird einmal komplett „aufgeräumt“, sprich sämtliche Gegenstände und Spielsachen auf dem Tisch und den Ablagen rutschen runter. Judith sieht es zwar kommen, kann aber nicht reagieren, weil sie mit der Jüngsten auf dem Klo ist und nur zuschauen kann: „3 – 2 – 1- wusch…!“

In Plataria treffen wir Babis, ein netter Hafenmeister, mit dem wir bereits Kontakt zum Reservieren hatten. Trotz des starken Windes gelingt das Anlegemanöver zum Glück gut. Hier gibt’s zur Abwechslung mal wieder Mooringleinen und wir müssen nicht im Hafen Ankern. Wenig später legt eine wunderschöne, rund 50-jährige, italienische Holzyacht mit einem älteren Ehepaar neben uns an. Der Mann entschuldigt sich wiederholt, weil wir bei ihrem Anlegemanöver ihre Yacht etwas von unserer abstossen mussten, der Wind war noch immer sehr stark. Das war aber alles im Rahmen und kein Problem. Alles ist schön und passend auf ihrem Schiff, sogar das rot-weiss gestreiffte Sonnensegel ist sehr vintage und dann passt sogar noch das Oberteil der Frau, das entsprechend gestreift ist, perfekt dazu. Wow, da können wir nicht mithalten. 🙂

Mit unserem Dinghi nehmen wir die Abkürzung über die Hafeneinfahrt, um nicht in der Hitze einen Kilometer rundherum gehen zu müssen. Im Dream Café im kleinen Ort lassen wir es uns mit Crêpes, Waffeln und Co und dem besten Café frappé in ganz Griechenland gut gehen.

Im Anschluss kühlen wir am Sandstrand ab. Die Mädchen geniessen das Sändelen und Baden und wir den schönen Sonnenuntergang. Judith holt sich ihren ersten Wespenstich in den Fuss: autsch, das tut richtig weh…

Es ist noch immer heiss. Daher schlafen wieder drei Crewmitglieder an Deck. Im Cockpit ist gut Platz für 1 Erwachsener auf der Bank und 2 Kinder; eines am Boden auf den Sofakissen vom Salon, eines ebenfalls auf der Bank. Mit aufgehängten Tüchern schirmen wir das helle Licht der Hafenlampen etwas ab. Ein angenehmes und kühlendes Lüftchen begleitet uns in den Schlaf.

Moraitika Beach / Korfu

Weil es so gut war, gehen wir gleich nochmals ins Dreamcafé und testen noch das Frühstücksangebot. Es kommt die Frage auf, ob wir noch einen Tag bleiben oder weiter wollen. Wie immer möchten die Kinder bleiben… Unser Besuch (die Erwachsenenfraktion) wünscht noch eine Ankernacht und damit ziehen wir weiter.

Wir finden schlussendlich einen anfänglich etwas windigen, aber guten Ankerplatz bei Moraitika Beach auf Korfu. Es ist unspektaktakulär, aber das Wasser lädt auch hier zum Baden und wir sind ganz alleine. Zwei der Mädchen haben etwas Fieber/Temperatur, aber nehmen es gelassen. Wir hüpfen noch einmal kurz in die Wellen und machen es uns dann gemütlich mit Vorlesen und der Hängematte. Am Abend essen wir seit längerem mal wieder im Schiff drinnen. Das ist richtig gemütlich, weil es angenehm abgekühlt hat. Trotzdem schläft ein Teil der Crew auch diese Nacht draussen unter dem Sternenhimmel.

Mandraki Marina / Korfu

Wie so oft ist das Meer am Morgen spiegelglatt und wunderbar türkisfarbig. Wir baden nochmals und geniessen es, Zeit zu haben.

Irgendwann müssen wir uns aber trotzdem auf nach Corfu Stadt machen. Unterwegs gibt es Dampfnudeln, mhhh… Unsere Jüngste schläft mit Fieber in ihrer Koje.

Zurück in der Mandraki Marina will unsere Älteste endlich auf den Mast. Dazu zieht sie zur Sicherung einen Klettergurt an und mit dem Bootsmanstuhl zieht sie Pascal über die Winsch hoch. Sie geht nicht zum ersten Mal hoch und macht das schon ganz routiniert. So übernimmt sie auch gleich die Inspektion, die eigentlich Pascal machen wollte.

Natürlich wollen dann alle anderen Mädels auch hochgezogen werden. Nicht alle trauen sich bis ins Top, immerhin 18 Meter über dem Deck. Aber auch die Jüngste traut sich bis zu den ersten Saling und geniesst den Überblick, der sich von oben bietet.

Etwas später machen wir uns auf ins Städtchen. Wir schlendern durch die Gassen und gönnen uns ein leckeres Znacht in der kleinen Beiz, in der wir bereits einmal waren. Das griechische Essen ist und bleibt ein Traum. Es wimmelt nur so von Schwalben; zu Hunderten fliegen sie am Abendhimmel und erfüllen die Atmosphäre mit ihrem freudigen Gezwitscher.

Am Folgetag heisst es leider schon wieder Abschied nehmen. Unser Besuch packt, ein letztes Abschlussbaden und Glacé im Hafenrestaurant. Gute Reise, schön war’s mit Euch – gerne wieder einmal!

Pascal und unsere Älteste gehen in ein Café arbeiten und Schule machen, die drei anderen räumen das Schiff auf und baden in regelmässigen Abständen zum Abkühlen. Heute hat es viele schöne farbige Fische.

In den nächsten zwei Tagen arbeitet Pascal mit Hilfe unserer Mittleren an den Bodenplatten im Schiff. Sie bringen überall zur Geräuschdämpfung Flauschband an. Judith und die Älteste nehmen das Projekt Wäsche waschen in Angriff. Auf dem Weg zur Wäscherei hüpft die Älteste waghalsig auf den Steinkugeln der Festung.

Wir haben Glück und finden nach etwas Wartezeit ein Taxi, das uns mit all den schweren Wäschesäcken zur Wäscherei bringt und sogar bereit ist, bei der Wäscherei kurz zu warten und uns gleich wieder ins Zentrum mitzunehmen. Die Taxipreise hier sind horrend. Während wir bisher auch für längere Strecken nie viel bezahlt haben, kosten hier bereits kurze Strecken 25 Euro. Man merkt, dass Korfu sehr touristisch ist. Der junge Taxichauffeur erzählt uns, dass nun Hochsaison sei und er von April bis September 10-12 Stunden pro Tag arbeite und kaum Zeit für etwas anderes habe. Im Winter sei es dann ganz anders, da habe er wenig Arbeit, dafür mehr Zeit für Sport und anständiges Essen.

Später gehen Judith und die Älteste zu zweit noch etwas „lädelen“ und finden einen Laden, indem allerlei Sachen aus schönem alten Olivenholz angeboten werden. Wir statten uns mit ein paar Holzschälchen, einem Schneidebrett und einem Fingerring aus. Und wir finden einen Glacé-Laden, in dem man sich die Toppings selber auf die Glacé tun darf! Es gibt Früchte, alle Sorten von Saucen, Gummibärchen, Gummibeeren, Schokostreusel, Marshmallows und was das Herz begehrt. Abgerechnet wird nach Gewicht (der Glacé, nicht der Person)…! Die Älteste ist im Glück.

Abends hat unsere Mittlere eine apokalyptische Krise. Sie beruhigt sich erst nach einem Nachtspaziergang im Hafen. Vielleicht macht ihr die Hitze mehr zu schaffen, als wir annehmen.

Am nächsten Tag geht Pascal mit den zwei Kleinen „lädelen“, Judith und die Älteste geniessen die Ruhe an Bord. Etwas später treffen wir uns alle wieder in einer kleinen Pizzeria, wo die neusten mit dem Feriengeld erworbenen Errungenschaften freudig präsentiert werden. Später gehts in einen Laden, in dem man schöne Kapuzenpullis und T-Shirts mit 1000 verschiedenen Sujets bedrucken lassen kann. Die Qual der Wahl… Wir bummeln bis viel zu spät durch die vollen Gassen, es ist gemütlich, das Leben ist schön…

12. Woche (13. Juli – 19. Juli) – Zu neunt an Bord, Hitzewelle, Baden ohne Ende und unendlich viele Touristen

By Familienauszeit, Griechenland

Antipaxos

Nach einem letzten Brötlikauf im Hafenladen machen wir uns auf in Richtung Norden. Am Anfang kommt der Wind aus der Richtung, wo wir hin wollen. Also heisst es Hart am Wind aufkreuzen. Wir segeln erstmal raus in der Hoffnung, etwas weiter vom Land besseren, resp. anderen Wind zu haben. Unsere Jüngste kommentiert den Kurs aufs offene Meer ganz trocken mit: „Dann segeln wir halt nach Amerika!“ Nach zwei Wenden stellt auf halbem Weg der Wind plötzlich ganz ab. Der Schiffdiesel springt in die Bresche und wir legen direkten Kurs Antipaxos an. Wir lesen an Deck vor, die Jüngste knetet unter Deck. In Antipaxos treffen wir auf viele kleine Buchten. Viele davon sind aber auch schon relativ gut besetzt und uns fällt auf, wie viele grosse bis riesige und protzige Motoryachten hier rumstehen (und den schönen Ausblick verschandeln).

Wir sind heute etwas Landleinen-faul und suchen uns ein Platz, wo wir keine legen müssen. Wir stellen fest, dass an einigen Orten die Strände mit Bojen abgesperrt sind, offenbar eine Folge davon, dass gewisse Segler und Motorboote zu nahe am Strand ankern. Auch in unserer Bucht ist dies der Fall. Wir lassen den Anker fallen und hüpfen ins türkisblaue Wasser, der jüngere Teil der Familie splitternackt. Es hat hunderte von Fischen, wir tauchen und geniessen. Später bricht bei den zwei Älteren das Blogfieber aus und sie wollen gar nicht mehr aufhören, an ihren Blogs zu schreiben. Und heute Nacht wollen – einmal mehr – alle in einem anderen Bett schlafen als normalerweise.

Am nächsten Morgen spüren wir, dass die Hochsaison definitiv begonnen hat! Nach einem gemütlichen Frühstück an Deck kommen plötzlich aus allen Ecken neue Boote und lassen links, rechts, vor und hinter uns die Anker fallen. Ein Mann in einem kleinen Motorboot, der mit „Antipaxos Mooring Security“ angschrieben ist, vertreibt Boote aus einer kleinen Bucht gleich nebenan. Offenbar hält er den Platz frei für die übervollen Party- und Touristenboote, die in Kürze kommen werden. Und tatsächlich, innert kürzester Zeit ist der zuvor noch friedliche Ankerplatz gefüllt mit 3 riesigen Touristenbootten, die Leute springen von Bord, laute Musik, weitere Segelschiffe kommen und ankern wenige Meter neben uns, man sieht den Leuten teilweise an, dass sie wenig erfahren sind. Uns ist es schnell nicht mehr wohl, nichts wie weg von hier, bevor ein anderen Schiff in uns reindonnert…

Korfu

Wir segeln Richtung Korfu und sehen unterwegs ein grösseres Segelschiff, das auf Grund gelaufen ist. Ein Schlepper und ein Versorgungsschiff sind zu Hilfe geeilt und versuchen es aus der misslichen Lage zu befreien. An der Stelle hat es eine kartierte Untiefe, offenbar haben die das übersehen. Wir sind froh, ist uns das noch nie passiert. Mit dem Feldstecher beobachten wir aus der Ferne das Unglück, die Mädels stellen viele Fragen… Im Inselschatten von Korfu stellt der Wind ab, sodass wir den Rest motoren müssen.

Wir haben in der Mandraki Marina einen Platz für ein paar Tage reserviert. Der Hafen ist das reinste Spektakel! Er befindet sich in der alten Festung, die heute ein Museum beherbergt. Der Hafen war sogar Drehort für einen James Bond Film, „For your Eyes only“ mit Roger Moore (1981). Der Steg ist etwas mitgenommen und bedürfte einer Portion Liebe und Fürsorge, aber er funktioniert und die Leute sind nett.

Wir erhalten einen Platz auf der Meeresseite, direkt bei einer Badeleiter, die auf der anderen Seite der Mauer ins Meer führt. Da es weiterhin heiss ist, schätzen wir die Nahe Bademöglichkeit sehr. Gefühlt einmal pro Stunde kühlen wir uns in den Wellen ab.

Im Restaurant des Corfu Sailing Clubs, dem Betreiber des Hafens, lassen wir es uns gutgehen und beenden den Tag mit einem kurzen Spaziergang durch die Festung.

In den kommenden Tagen, bis unser Besuch ankommt (ein Tag später als wir im Kopf hatten, zum Glück haben wir nochmals nachgefragt!), heisst es waschen, putzen und Kojen für den Besuch umräumen und bereit machen. Wir ziehen alle fünf in die Bugkoje und überlassen die beiden Heckkojen dem Besuch, einer Familie mit zwei Mädels. Es ist etwas eng, aber irgendwie gehts.

Die Hitze ist einmal mehr gewaltig und wird von der Festungsmauer zurückgestrahlt. Wir beschliessen, uns mit Ventilatoren auszurüsten, da vor allem die Nächte im Schiff sehr heiss sind (oft ist es nachts im Schiff drin viel heisser als draussen, da die Wärme im Schiff drin bleibt). Pascal geht mit der Ältesten auf Ventilatoren-Jagd und wird fündig. Jedes Familienmitglied erhält einen, alle sind höchst erfreut. Das Schlafen wird ab jetzt um einiges angenehmer…

Judith und die Mittlere gehen mit 4 schweren Taschen beladen auf die Suche nach einer Wäscherei. Diejenige, die wir im Internet gefunden haben, scheint nicht mehr zu existieren, wir stehen vor einem leeren Ladenlokal und müssen uns – schweissgebadet – erst mal bei einem Café freddo und einem griechischen Joghurt mit Honig erholen :-). Etwas weiter die Strasse herunter werden wir dann doch noch fündig. Die ältere Frau spricht kein Wort englisch, wir verständigen uns mit Händen und Füssen und am Ende wissen wir, dass wir unsere Wäsche am nächsten Tag ab 14 Uhr abholen können. Soweit so gut.

Pascal und die Älteste machen sich am nächsten Tag auf zu einem weiteren Grosseinkauf. Die grossen Mengen schaffen wir unmöglich zu Fuss aufs Schiff zu bringen (v.a. das viele Wasser, das wir immer bunkern müssen). So fragen wir an der Kasse, wie wir das bisher immer gemacht haben, nach einem Taxi. Wir kriegen ein müdes Lächeln und erfahren, dass Taxis in Korfu um diese Zeit absolute Mangelware seien. Auch weil gleich mehrere Kreuzfahrtschiffe die Stadt mit Tausenden zusätzlichen Touristen fluten. Aber wie so oft erweisen sich die Griechen als extrem hilfsbereit. Kurzerhand bieten sie an, uns mit dem Lieferwagen des Ladens zu fahren. Es dauert dann eine ganze Weile, bis der Lieferwagen endlich vorfährt und unsere Einkäufe verladen werden. Doch es gibt ein Problem mit der seitlichen Schiebetüre. Sie schliesst nicht mehr richtig. Ein Angestellter bemüht sich, die Türe irgendwie zuzukriegen, doch dann fällt sie plötzlich ganz ab. Wir beobachten die Szene aus dem klimatisierten Laden heraus und kugeln uns innerlich vor Lachen, so komisch ist die Situation. Aber die Angestellten geben nicht auf. Nach einer Weile steht das Privatauto einer Angestellten vor der Tür und wir laden unsere Einkäufe um. Die Fahrerin spricht kein Englisch, also kommt nocht ein weiterer Angestellter als Übersetzer und Navigator mit. Wir müssen nämlich auch noch bei der Wäscherei vorbei, um mehrere Taschen Wäsche abzuholen. Zum Schluss fahren Sie uns bis in die Festung hinein, so nahe an unser Schiff wie es nur geht. Als sie uns dann auch noch helfen wollen die Einkäufe die letzten 300 Meter bis zum Schif zu tragen, lehnt Pascal dankend ab und drückt ihnen zum Dank ein gutes Trinkgeld in die Hand. Dafür helfen uns die Schiffsnachbarn spontan; die Frau wirft ein Auge auf unsere zwei Kleinen während Judith mit dem Mann schleppen helfen geht.

Die restliche Zeit verbringen wir mit regelmässigen Abkühlungen im Meer am Steg oder beim kleinen Hafensträndli. Zudem haben sich die Mädels schnell mit der Hundin auf dem Nachbarschiff angefreundet. Sie heisst Romy und ist ein Entlebucher Sennenhund. Bei jeder Gelegenheit, das heisst, jedes Mal wenn der Hund auf dem Steg ist, streicheln sie ihn und plaudern mit der deutschen Besitzerin. Das Hochdeutsch unserer Jüngsten ist köstlich!

Und dann kommt unser Besuch! Wir freuen uns und sind nun 5 Mädchen und 4 Erwachsene an Bord. Nach dem Nachtessen inkl. ausgiebigem Spielen auf dem Plätzli nebem dem Hafenrestaurant und einer Schiffsführung kühlen wir uns alle mit einem nächtlichen Bad im Meer ab; es gibt nichts Erfrischenderes…

Plakaries Beach / Sivota

Ein Teil unseres Besuches hat wegen der Hitze kaum geschlafen. Wir merken, dass wir uns offensichtlich doch schon etwas an die Hitze hier gewöhnt haben. Wir machen uns auf den Weg in Richtung Sivota am Festland. Als wir bei den kleinen, vorgelagerten Inseln ankommen, sind schon sehr viele Schiffe da. Wir suchen mehrere Buchten nach möglichen Ankerplätzen ab. Es ist eng und mehrere Ankerversuche schlagen fehl, weil der Anker wegen Seegras oder Felsplatten nicht hält. Letztlich werden wir etwas nördlicher doch noch fündig und lassen den Anker vor einer steilen Felswand fallen, die auf der Seekarte mit dem Namen Plakaries eingezeichnet ist. Es ist ein „Schönwetter-Ankerplatz“, der kaum Schutz vor Wind und Welle bietet. Aber da es im Moment in der Nacht meistens praktisch windstill ist, spielt es keine Rolle. Zum ersten Mal machen wir eine improvisierte Trippleine am Anker fest, weil wir am Grund Felsspalten vermuten, wo sich der Anker einklemmen könnte. Die Trippleine würde uns erlauben, den Anker rückwärts rauszuziehen. Mit einer Landleine machen wir uns zusaätzlich an einem Felsen an Land fest, damit wir nicht schwoien.

Einmal mehr Baden wir im türkisblauen, klaren Wasser. Da wir heute relativ lange brauchten, bis wir endlich einen guten Platz hatten, war das Reinhüpfen äusserst dringend und von allen mit Sehnsucht erwartet. Mittlerweile tragen wir unter den Kleidern immer schon Badehose oder Bikini, so dass wir schnellstmöglichst reinhüpfen können! Wir schwimmen zu Strand und die Kinder sammeln Muscheln und schöne Steine. Die Jüngste springt in einem Fort von der Badeplattform, die Grösseren zusätzlich von der Seite von Quetzal.

Die kleineren Motorboote vor Ort verziehen sich am Abend alle, dafür kommen Partyboote mit lauter Musik und wummernden Bässen. Die Kinder findens spannend und sitzen – wie Hühner auf der Stange – an Deck und beobachten das Spektakel. Sie ziehen etwas später wieder ab, so dass wir für die Nacht alleine sind.

Am nächsten Morgen springen wir schon vor dem Zmorge ein erstes Mal ins Wasser. Da der Wind jeweils erst am Nachmittag bläst, verbringen wir den Morgen gemütlich vor Anker. Die Tagesausflügler kommen mit Ihren kleinen Mietmotorbooten wieder zurück. Etwas später gesellen sich zwei grössere Ausflugsboote dazu. Deren Ankunft kündigt sich erneut mit dröhnenden Bässen an, bevor man sie sieht. Der kleine Sandstrand wird für zwei Stunden mit englischen Touristen geflutet, bevor alle wieder an Bord befohlen werden und die Schiffe weiterziehen. Am Ende rufen die Betreiber der Boote immer „is anyone missing?!?“. Als ob sich der Anyone melden könnte…

Die Mädels springen wie wild von der Quetzal runter. Zuerst nur von der Badeplattform am Heck, später auch von der Seite, wo es höher ist. Um sich Mut zu machen, sagen sie immer „ich kann das, ich will das, ich schaff das!“. Und tatsächlich hüpfen am Ende alle ausser unsere Jüngste x Mal vom Schiff. Wir haben bald Schwimmhäute. Doch es ist dank des hohen Salzgehaltes so entspannt, dass man gefühlt stundenlang im kühlen Nass rumhängen kann.

Lakka / Paxos

Erst nach dem Mittag lösen wir die Landleine und lichten den Anker. Mit angenehmem Wind segeln wir nach Lakka auf Paxos. Dort ist eine relativ grosse Bucht mit ausschliesslich türkisblauem Wasser. Eigentlich wollten wir die Bucht meiden, weil sie so beliebt und in der Hochsaison ziemlich überlaufen ist. Doch über die Seglerplattform [noforeignland](https://www.noforeignland.com/) hatten wir gesehen, dass die uns aus Kalamata bekannte Segelyacht Lulu bereits dort ist. Wir schreiben sie an und kriegen die Antwort, es habe noch genügend Platz für uns (sie verjagen sogar ein französisches Boot für uns mit der vorgeschobenen Ausrede, sie würden über dem Anker von Lulu ankern und das gehe ja gar nicht, so sichern sie uns einen Platz ;-).

Bei der Ankunft sind schon sehr viele Boote dort. Bei 3-4 Metern Wassertiefe braucht man in einer gut geschützten Bucht nicht viel Ankerkette zu legen, so dass sich relativ eng ankern lässt. Die Bucht ist tatsächlich ein Traum. Umgehend springen alle ins Wasser um sich abzukühlen. Etwas später sind die Mädchen eingeladen auf der Lulu (deren Besitzer wir im Wasser beim Baden getroffen haben, man schwimmt mal schnell von Boot zu Boot), ein Mädchen hatte Geburtstag und hat eine riesen Kollektion an Perlen, um Ketteli zu basteln. Trotz der Sprachbarrieren macht es allen Spass und am Ende sind alle mit schönen bunten Ketteli ausgestattet.

Am Abend legen sich die Mädels ins Zeug und basteln Geschenke für Pascals Geburtstag. Zudem wird ein Geburtstagsschoggikuchen und ein Zopf gebacken (als ob es nicht schon genug heiss wäre im Schiff…)

11. Woche (06. Juli – 12. Juli) – Schnorcheln um die Wette, Schweine und zurück zum Anfang

By Familienauszeit, Griechenland

Atokos

Die Insel Atokos ist diejenige Insel mit den Schweinen am Strand, der wir auf unserem Weg Richtung Süden bereits einen Kurzbesuch abgestattet hatten. Nun kreuzen wir also unsere Spur auf dem Weg nach Norden. Der Wind hat es nicht so mit uns und wir machen die ganze Strecke unter Motor. Dafür ist der Himmel klar und nicht von Saharastaub getrübt, wie bei unserem ersten Besuch, wo wir uns zudem auch noch warm anziehen mussten. Wir gehen in eine Bucht im Süden von Atokos. Die besser vor dem Wind geschützte Seite ist schon voll. Wir merken gut, dass die Saison nun gestartet hat. Es hat viel mehr Boote und die einsamen Buchten sind nur noch selten. Wir gehen gegenüber der vollen Seite vor Anker und legen eine Landleine. Mittlerweilen machen wir das schon völlig routiniert. Einmal mehr ist das Meer wunderschön türkisblau. Wir hüpfen ins Nass, um uns abzukühlen.

Irgendwann tauchen auch hier Schweine mit Ferkeln am Strand auf und suhlen sich im nassen Sand. Nach einer Weile zotteln sie wieder los und klettern flink einen steilen Weg hoch.

Wir schnorcheln so lange, bis unsere Hände ganz schrumpelig sind. Die Unterwasserwelt hat es uns allen angetan, diese dumpfe, friedliche Welt mit ihren farbigen Fischen und Schätzen ist wunderschön. Unsere Jüngste ist im Wasser voll in ihrem Element, immer wieder sagt sie „härrlich“ oder „wunderbar!“. Sie taucht problemlos längere Zeit unter Wasser und „krault“ bereits (was allerdings einem wilden Kreisen mit den Armen ähnlicher sieht). Oder sie hängt sich einfach an den Rücken oder den Arm eines Erwachsenen und lässt sich ganz entspannt mitziehen.

Mit dem Dinghi erkunden wir die Felsen, die wie gefalteter Blätterteig aussehen. Die Felsen bieten offenbar auch den zahlreichen Schwalben, die hier morgens wie wild und freudig laut zwitschern, Schutz und Nistplätze. Abends bestaunen wir einmal mehr den unendlichen Sternenhimmel und lesen mit Taschenlampen an Deck von der Hexe Willow vor.

Uns gefällt es so gut, dass wir eine zweite Nacht anhängen. Die Mädels reklamieren immer, wenn wir am nächsten Tag wieder weiter wollen.

Ormos Desimi / Lefkada

Wir sind gespannt auf Ormos Desimi, da dies die erste richtige Ankerbucht am Anfang unserer Auszeit war. Damals, Anfang Mai, hatte sie es uns so richtig angetan, so dass wir gleich mehrere Tage blieben. Wie werden wir die Bucht erleben nach all den vielen anderen traumhaft schönen Orten? Und insbesondere in der mittlerweile überall spürbaren Hochsaison?

Den Weg dorthin können wir zu einem guten Teil auf einem angenehmen Halbwindkurs zurück legen. Wir hängen so entspannt und gedankenverloren im Cockpit, dass wir plötzlich aufschrecken als wir ein anderes Segelschiff unweit vor uns entdecken. Es segelt in die gleiche Richtung und war – durch unser Vorsegel verdeckt – nicht ohne weiteres zu sehen. Wir passen den Kurs an und überholen. Einmal mehr fragen wir uns, was gewisse Leute bei Segeln überlegen (oder eben nicht). Sie haben ihr Dinghi vorne am Bug ganz kurz festgebunden. Es schlägt in den Wellen, knallt an die Bordwand, reisst am Festmacher… es tut uns nur schon beim Zuschauen weh.

Kurz vor dem Ziel, zwischen Meganisi und Lefkada, ist es dann fertig mit Segeln. Wir nehmen für die letzten „Meter“ den Motor zu Hilfe. In Ormos Desimi angekommen, bestätigen sich unsere Befürchtungen. Die Bucht ist voll mit Schiffen, ca. 18 Stück. Wir drehen eine Runde und finden etwas ab vom Gewusel einen überraschend tollen Platz. Wir lassen den Anker ins türkisblaue Nass fallen. Dabei achten wir immer darauf, auf Sand zu ankern, denn es gibt in ganz Griechenland geschützte Seegraswiesen (Poseidonia), wo man nicht ankern darf (viele tun es trotzdem). Wir können relativ nah am Ufer ankern und die Landleinen grenzen uns fast ein bisschen unseren eigenen Badebereich ab. Einmal mehr: Traumhaft! So sehr, dass die meisten der Familie gleich mit den Kleidern ins Wasser hüpfen!

Wir bleiben zwei Nächte und baden, was das Zeug hält. Die Mittlere hüpft nun bereits mutig ohne Schwimmweste ins Wasser, taucht und traut sich immer mehr. Eindrücklich, wie schnell Kinder Fortschritte machen.

Abends ziehen wir uns auf Anweisung der Ältesten chic an (so chic das eben geht mit unseren Seglerkleidern…) und gehen am Strand in ein Resti. Es ist viel viel voller als noch im Mai.

Am nächsten Tag nach einem Morgen voller Streit und schlechten Launen dürfen wir zur allgemeinen Freude den Pool vom kleinen Hotel am Strand benutzen. Auch das ist mal schön, Tauchen ohne Salzwasser in den Augen. Obwohl der Pool in einem etwas desolaten Zustand ist (die Mädchen tauchen etwa hundert von der Poolwand gelöste kleine Glasplättli hoch), sind die Kinder nicht mehr raus zu bekommen und üben weiter Hüpfen, Tauchen, Purzelbäume und Rollen.

Am letzten Tag gibt es zum Abschluss gibt es noch ein leckeres Zmorgen mit wunderschönem Blick auf die Tranquille Bay im Café Thea inkl. Pancakes und Caffee frappée.

Nach einem letzten Hüpfer an unserem „Privatsträndli“ lösen wir schwimmend die Landleinen und brechen auf.

Preveza

Die Fahrt nach Preveza ist uns schon sehr vertraut, da wir bereits drei Mal die Schwimmbrücke bei Lefkada passiert haben. Trotzdem schaffen wir es, zu einer vollen Stunde bereit zustehen, zu welcher die Brücke dann doch nicht öffnet. Wir ärgern uns etwas über uns selbst, da die Brückenöffnungszeiten auf der digitalen Seekarte korrekt angegeben wären, wir uns aber von einem offensichtlich falschen Kommentar auf einer Segelplattform haben fehlleiten lassen. Immerhin waren wir nicht die einzigen. Es standen noch 3-4 weitere Schiffe bereit. Es ist übrigens gar nicht so einfach, bei Seitenwind in einem schmalen Kanal mit 20 – 30 Metern Breite einfach stehen zu bleiben. Ohne Fahrt drückt der Wind den Bug weg, weil da kein Kiel oder Ruder gegen hält. Wir müssen also immer wieder den Bug in den Wind drehen, um nicht im Ufer zu landen. Wir entscheiden uns, die Stunde zum Volltanken in der Marina Lefkada zu nutzen und drehen um. Es ist einfacher an der Tankstelle festgemacht zu sein, als das Schiff eine Stunde lang in Kanal einigermassen auf Postion zu halten. Zudem gibt es dort noch ein kühles Büchsli mit Zuckerwasser aus dem Automaten!

Um 16 Uhr klappt es dann mit der Durchfahrt. Es ist immer ein Spektakel, wie ca. 20 Boote aus beiden Richtungen im Schneckentempo auf die Schwenkbrücke zu tuckern. Damit immerhin noch bei einem weiteren Boot eine Frau am Steuer steht, übernimmt Judith die Durchfahrt.

Auf der anderen Seite bläst ein kräftiger Wind und es hat hohe Wellen. Unserer Mittlere installiert sich ohne zu zögern auf ihrem Lieblingsplatz ganz vorne auf dem Bug und lässt sich durchschaukeln und nassspritzen. Ab und an taucht die Nase von Quetzal regelrecht ins Wasser!

Auch bei der Hafeneinfahrt pustet der Wind noch immer stark. Ein Marinero kommt uns mit seinem stark motorisierten Dinghi zur Hilfe. Wir fahren rückwärts in den Hafen rein, er stabilisiert Quetzal steuerbords am Bug gegen den Wind, so dass wir nicht schräg werden. Wir fragen während des Reinschiebens, ob denn noch ein weiterer Marinero komme, um beim Festmachen zu helfen. Er lacht und erwidert „Don’t worry, I will do that as well“. Und tatsächlich, kaum sind wir nahe genug am Steg, düst er mit dem Dinghi voller Karacho auf die andere Seite von Quetzal, fährt leicht in den Steg, steigt gleichzeitig aus – mit der Festmacherleine selbstverständlich bereits in der Hand – macht das Dinghi fest und schnappt unsere Leine. Alles innert weniger Sekunden. Wow. Wir sind beeindruckt. Judith nennt ihn „Superman“, er lacht.

Freudig erwarten wir mal wieder eine schöne Hafendusche. Pascal macht sich mit zwei Mädchen auf den Weg. Wenig später kommen sie, noch einshamponiert, wieder zurück. Das Wasser tröpfelt nur in der Dusche, offenbar gibt es aktuell ein Problem mit dem Wasser. Dann doch Schiffsdusche, das Wasser am Steg scheint zu funktionieren und wir füllen schnell unsere Tanks, solange es fliesst.

Abends gehen wir in die Taverne Panos, die wir bereits kennen. Leckeres griechisches Essen in einer sympathischen Familientaverne. Bald hören wir vom Nachbarstisch Schweizerdeutsche Gesprächsfetzen. Beim Gehen kommen wir ins Gespräch und schnell zeigt sich, dass die Leute aus der gleichen Region kommen wie Judith. Da sie ebenfalls eine Dufour haben, ein etwas neueres Modell als Quetzal, gehen wir kurzerhand auf Schiffsbesuch. Sie haben bereits ausgewassert und es heisst über eine Leiter ins Schiff zu klettern. Aber das ist auch für unsere Jüngste kein Problem. Lange plaudern wir und tauschen Erfahrungen und Erlebnisse aus.

Das letzte Mal waren wir von den Werftmitarbeitern beeindruckt, die kurzfristig und in nur 20 Minuten den Starter unserer Schiffsmotors ausgetauscht haben. Dieses Mal sind wir weniger begeistert. Wir hatten eine Woche zuvor bei der Reservation eine Liste mit kleineren Arbeiten geschickt. Am Tag der Ankunft kriegen wir eine Mail, sie hätten keine Zeit für die Arbeiten (die Reservation war schon früher bestätigt worden). Wir ärgern uns ein erstes Mal. Am nächsten Morgen kommen dann doch zwei Werftmitarbeiter aufs Schiff und wollen sich den Motor anschauen, der bei Starten immer noch Macken macht. Natürlich springt der Motor, wie immer, wenn wir es jemandem zeigen wollen, sofort an. Sie meinen, es sei ja alles in Ordnung. Auf Pascals Hinweis, dass es möglicherweise ein elektrisches Problem ist, meinen sie, davon hätten sie keine Ahnung, sie seien keine Motorenelektriker. Ein solcher sei auch nicht verfügbar. Ziemlich arrogant gehen sie wieder von Bord, ohne uns geholfen zu haben.

Ein weiteres kleineres Drama gibt es dann auch noch mit unserem ausgetauschten Starter und der Ersatzlichtmaschine. Wir wollten die bereits beim ersten Besuch zum Service da lassen. Der Mitarbeiter meinte dann aber, es sei eine kleine Sache, wir sollen es einfach bei nächsten Besuch machen lassen. Denkste, trotz der erwähnten Vorankündigung, werden wir ohne Ersatzstarter und Lichtmaschine nach Korfu aufbrechen, weil sie zu einem Externen gebracht wurden. Uns bleibt nur zu hoffen, dass wir die Dinger irgendwann mal wieder sehen.

Wir haben den Mädchen versprochen, dass sie einmal während unserer Auszeit einen ganzen Tag lang Filmli schauen bzw. gamen dürfen. Heute ist nun der Tag gekommen und wir nutzen ihn dafür, am Schiff Unterhaltsarbeiten auszuführen.
Pascal streicht das in Kalamata angefertigte Bodenbrett, damit wir wir es endlich wieder in der Dusche verwenden können. Judith beendet den Service der beiden letzten Pump-WCs; Duschen im Anschluss war schon lange nicht mehr so befreiend und gut!

Unsere Älteste führt ein Video-Telefon mit ihrer Klasse, um sich vor den Sommerferien und dem Klassenwechsel noch verabschieden zu können. Dem Kindergarten werden von der Mittleren noch die letzten Sprachnachrichten und Fotos geschickt.

Die Marina ist relativ klein und so dürfen unsere Mädchen morgens alleine im kleinen Hafenladen fürs Frühstück einkaufen gehen. Ein Highlight; sie kaufen frisches Brot, Avocados, Orangensaft… Und sind mächtig stolz.

Es ist wahnsinnig feucht und windig. Die Wellen spritzen über den Steg und es schaukelt uns, trotz Hafen, recht durch. Wir installieren zum ersten Mal unseren Entfeuchter, der mit Landstrom funktioniert im Schiff, nachdem unsere Anzeige über 70% Luftfeuchtigkeit anzeigt. Unglaublich, wie viel angenehmer es danach zum Schlafen ist.

Am nächsten Tag erleben wir ein Horror-Anlegemanöver von einem älteren deutschen Paar. Sie versuchen mehrfach, seitlich im Hafen am langen Steg anzulegen. Kein Marinero ist in Sicht. Judith eilt zur Hilfe. Es wird aber nicht besser. Der Mann am Steuer zielt viel zu schnell auf den Steg zu, das Boot ist genau mit 3 Fendern seitlich geschützt (wir haben jeweils etwa doppelt so viele). Die geworfene Leine ist zu kurz, der Mann weist Judith an, einfach festzubinden, geht aber nicht vom Gas und reisst wie ein Verrückter an der Klampe. Beim dritten Versuch donnert er noch in die Wasser- und Stromsäule und knickt diese. Auf Judiths Frage, warum sie die Marina nicht anfunken würden, meinen sie, es würde keiner antworten. Irgendwann wird es Judith zu bunt und sie läuft davon, sie will hier nicht mehr helfen… Zum Glück kommt dann doch noch ein Marinero und macht sie mit Mühe und Not fest.

Nach den Deutschen kriegen wir es auch noch mit den Österreichern zu tun 🙂 Ein älterer Österreicher legt neben uns an. Wir plaudern und er erzählt uns ein bisschen von sich und dass er gerade alleine von Italien hierher gesegelt sei und auch schon in der Schweiz Segelerfahrungen gesammelt habe. Alles gut soweit. An diesem Tag sind unsere Kinder besonders schlecht gelaunt, es kommt ständig zu Streit und es ist ein heilloses Gezanke und Geschrei an Bord. Das Ganze gipfelt darin, dass sich die drei lautstark an Deck zoffen, wer nun welche Seite von Quetzal mit welchen Hilfsmitteln (Lappen, Bürste, Besen…) putzen darf. Irgendwann taucht der Österreicher auf und beschwert sich über den Lärm. Es könne doch nicht sein, dass Kinder ständig am Schreien seien und überhaupt, er habe schon nachmittags nicht schlafen können wegen unserer Kinder. Judith ist sehr dankbar, dass sie in dem Moment unter der Dusche steht und Pascal die Situation meistern muss…! Unseren Kindern macht die Beschwerde zum Glück etwas Eindruck und sie nehmen sich zusammen, naja, immerhin ein kleines Bisschen.

Am letzten Abend gehen die Mittlere und Judith am Strand joggen. Sie finden wunderschöne Muscheln, wo noch beide Seiten zusammenhängen und Pflanzen. Und sehen auch extrem viel Abfall, der Strassenrand entlang des Strandes ist übersät und voll mit Plastik und Abfall. Irgendwann wird vieles davon im Meer landen.

10. Woche (29. Juni – 05. Juli) – On the „road“ again, der schönste Strand Griechenlands und zurück im Ionischen Meer

By Familienauszeit, Griechenland

Karte mit aktuellem Standort

Wegen angekündigten Starkwinden verschieben wir unsere Abfahrt von Kalamata um einen Tag, da wir keine Lust haben, bei 20 – 30 Knoten zu segeln. Als wir aufbrechen, weht ein immer noch relativ starker Wind und leider für den ersten Teil der Etappe nach Sapientza auch aus der falschen Richtung. Wir frühstücken unterwegs und müssen aufkreuzen, kommen aber zum Glück gut voran. Auf der Höhe von Koroni passt es dann besser mit der Windrichtung und wir düsen mit Krängung, was nicht alle an Bord gleich toll finden, durch den Messenischen Golf und um das Kap Akritas. Dort kriegen wir dann nochmals kräftigen Wind auf die Nase und müssen den Motor zur Hilfe nehmen, um nicht erneut aufkreuzen zu müssen.

Sapientza

Das Tagesziel ist die kleine Insel Sapientza. Wir finden eine hübsche Ankerbucht, die wir uns mit einer etwas grösseren Motoryacht teilen. Wie meistens beruhigt sich der Wind am Abend und wir haben eine angenehme Nacht vor Anker. Am Radio hören wir das EM-Spiel Schweiz Italien und jubeln beim 2:0! Znacht, duschen, gemütlich… Am Abend taucht noch ein riesiger Dreimaster auf und ankert weit aussen zwischen den Inseln. Nach einer Stunde ist er dann aber auch schon wieder verschwunden.

Ormos Navarinou

Am nächsten Tag geht es gleich weiter. Es ist eine etwas kürzere Etappe angesagt. Wir motorsegeln an Methoni vorbei. Ein kleines, historisches Städtchen mit eindrücklichen Festungen an der Küste. Mittlerweile hören wir viel Musik an Deck, es gibt eine Kinder-Playlist und eine der Erwachsenen, es wird brav abgewechselt und wir versuchen, unseren Mädels ein paar Musikklassiker näher zu bringen (mit mehr und weniger Erfolg…). Unsere Kleinste schläft, eingewickelt in ein paar Tücher, am Boden des Cockpits ein – wahrscheinlich ist sie etwas seekrank von den grossen Wellen. Wir andern spucken Kirschen-Steine in hohem Bogen über die Reeling (oder aufs Deck!). Bei Pylos fahren wir in die riesige Bucht (Ormos) Navarinou und ankern an deren nördlichen Ende vor einem grossen Sandstrand, wo bereits etliche weitere Schiffe vor Anker sind.
Es pustet mit 20 Knoten, wir lassen zum ersten Mal unseren kleinen Drachen-Schmetterling steigen. Abends lässt der Wind nach und wir gehen mit dem Dinghi an den Strand. Die Abendstimmung ist wunderschön, die Mädchen vergnügen sich mit Stöcken, Sand, Muscheln, plaudern und alle sind happy.

Wir bleiben zwei Nächte und nutzen die Gelegenheit, den nahegelegenen Traumstrand Voidokilia Beach zu Fuss zu entdecken. Nach einem riesigen Gstürm kommen wir nach einem 20-minütigen Spaziergang entlang von schmalen, teilweise etwas zugewachsenen Wegen irgendwann irgendwie doch noch an. Es hat sich gelohnt; kristallklares Wasser, heller Sand, Fische, schöne Dünen, wow. Leider holen sich zwei der Mädchen den ersten Sonnenbrand am Rücken. Bei viel Baden und Spielen im Sand hilft Sonnenschutzfaktor 50 alleine auch nichts. Wir verordnen in Zukunft wieder UV-Shirt Pflicht in solchen Momenten.

Pascal muss zurückeilen, ein Meeting steht auf dem Programm. Die Frauen bleiben am Strand. Einmal mehr führen wir lustige Gespräche. Die Älteste findet, sie wolle keinen Mann, da habe man nur Probleme. Die Mittlere hingegen fände es praktisch, wenn Männer/Frauen vor dem eigenen Haus durchlaufen würden und man dann jemanden auswählen könnte…

Katakolo

Der Tag startet turbulent; Judith will einen Zopf backen und beim Öffnen der Ofentüre fällt die mit heissem Kaffee gefüllte Cafetière vom Schwenkherd/Ofen und verbrennt Judith am Kopf und Oberkörper. Judith schreit – die Jüngste weint vor Schreck. Der Zopf ist ebenfalls voll mit Kaffee… Zum Glück ist alles halb so schlimm, keine bleibenden Verbrennungen und der Zopf brutzelt nach einer Dusche doch noch im Ofen.

Ursprünglich hatten wir geplant in zwei Etappen nach Katakolo zu fahren. Da wir aber gegen die vorherrschende Windrichtung unterwegs sind, nutzen wir die sich gemäss Windverhersage bietende Gelegenheit und überspringen den Halt in Proti, um nicht alles gegen den Wind motoren zu müssen. Wir haben Glück und der Plan geht auf. Einen guten Teil der über 50 Seemeilen (ca 92 km) können wir mit Halbwind (Wind von der Seite) fahren. Und wir werden sogar nochmals von Delphinen begleitet. Zu Beginn sind es mehrere, irgendwann ist es nur noch ein kleiner. Wir haben das Gefühl, es sei noch ein junger Delphin, ab und zu kommt ein grosses Tier zurück – Mama oder Papa?!? – als ob sie ihn zurückholen möchten, schwimmen etwas mit, gehen wieder. Er bleibt wacker vor dem Bug und begleitet uns mit so einer erstaunlichen Nähe zum Rumpf und so einer Gekonntheit… Irgenwann kommt wieder ein grosser und die beiden verschwinden. Offenbar musste der Kleine zurück in die Delphinschule (so die Interpretation unserer Mädchen). Unsere Jüngste ist etwas seekrank, es ist heute sehr heiss und feucht. Irgendwann schläft sie auf Judith liegend in der Koje ein.

Dank des guten Windes schaffen wir es sogar noch bei Tageslicht anzukommen und im Stadthafen ein Plätzchen zu finden. Als wir ankommen, steht da ein wild gestikulierender Mann am Quai und ruft uns zu, wo wir anlegen sollen. Gemäss Karte ist der Hafen an gewissen Stellen untief und wir sind immer etwas skeptisch, wenn sich in Stadthäfen jemand aufdrängt. Wir sind unschlüssig und jagen den armen Kerl mit unserer Suchfahrt sage und schreibe vier mal hin und her. Letztlich gehen wir zwischen zwei weiteren Segelschiffen römisch-katholisch mit dem Heck an den Steg. Es stellt sich heraus, dass er tatsächlich der legitime Hafenmeister ist. Er nimmt es uns nicht übel und bittet uns, später bei ihm im Büro vorbeizuschauen. Das Büro stellt sich dann als das schnuckeligste Hafenbüro heraus, das wir bisher angetroffen haben.

Wir liegen neben dem Schiff eines deutschen Paars mit einem kleinen Jungen. Nach kurzem Plaudern sitzen schon alle bei uns an Bord beim Apéro. Die Kinder sind völlig voneinander angetan und die Mädels lieben es zu „bäbelen“. Sehr sympathisch und cool. Zudem sind die beiden Kinderärzte; wir fühlen uns super aufgehoben, umso mehr, nachdem wir den riesigen Notfallkoffer bei ihnen an Bord gesehen haben!

Wir bleiben einen Tag hier. Putzen und Waschen ist angesagt, arbeiten und Schule machen. Das Minidörfli wird jeden Tag von riesigen Kreuzfahrtschiffen geflutet. Sie legen morgens an und dann ist Schluss mit der friedlichen Stimmung. Hunderte von Touristen überschwemmen den Ort und besuchen von hier aus mit dem kleinen Zug (übrigens einer von Stadler) oder den bereitstehenden Taxis/Bussen das nahe gelegene Olympia. Abends werden sie von den Kolossen wieder geschluckt und fahren weiter. Irgendwie absurd.

Bevor wir weiterfahren taucht Judith noch die Schutzdeckel unseres Fernglases vom Hafenbecken wieder hoch, die der Mittleren am Tag zuvor über Bord gefallen waren (aber erst, nachdem sie im Internet abgecheckt hat, ob man Ersatz bestellen könnte; kann man nicht, zu altes Modell, somit keine Wahl, hopp…). Es kostet viel Überwindung, im Hafen hat es Quallen, Schlick, Ketten, Dreck, Öl… Die Klappen sind nicht mehr so gut sichtbar, weil sie schon etwas mit Dreck bedeckt sind. Nach ein paar Anläufen und angefeuert vom Familienpublikum gelingt die Bergung aus ca. 3-4 Metern Tiefe.

Zakynthos

Wir machen uns auf den Weg, anfangs hat es keinen Wind, doch irgendwann kommt er und wir können doch noch etwas Segeln.

Gemäss Navily soll es im Stadthafen von Zakynthos einen dieser „offiziellen Agenten“ geben. Tatsächlich steht Alex bei unserer Ankunft mit seinem Roller am Quai. Wir legen an einem freien Platz an und teilen ihm mit, dass wir nicht an seinen Diensten interessiert sind. Er behauptet, wir könnten da nicht bleiben, weil da jeweils ein Ausflugsboot stehe und zeigt auf eine dicke Leine an Land, die von diesem Boot stammen solle. Wir geben nach und suchen uns einen anderen Platz. Er lässt uns in Ruhe. Pascal ist es dann aber nicht ganz wohl, Quetzal alleine zu lassen während Alex links und rechts von uns weitere Schiffe anlegen will, was er uns mit einem etwas drohenden Unterton unterbreitet. Während Judith und die zwei Kleinen in die Stadt essen gehen, bleibt er und die Älteste an Bord. Sie werden Zeuge ein paar interessanter Anlegemanöver und sind froh, an Bord geblieben zu sein. Da ist das italienische Schiff, das nach zwei oder drei Versuchen bei starkem Seitenwind endlich einigermassen gerade neben uns reinfährt, aber stecken bleibt, weil die Ankerkette zu kurz ist. Also alles nochmals von vorne. Im x-ten Anlauf klappt es endlich. Auf der anderen Seite steht mit etwas Abstand ein österreichisches Schiff. Als weitere Schiffe reinkommen, sollte er sein Schiff etwas seitlich verschieben, um Platz zu schaffen. Der Eigner weigert sich aber standhaft, etwas zu tun. Erst durch Pascals Vermittlung und aktiver Mithilfe beim Verholen lässt er sich bewegen, um Platz für ein weiteres Schiff zu machen. Gleichzeitig wird die Älteste Zeugin des, wie sie sagt, „lustigsten Anlegemanövers ever“ („ever“; ein allgemein vielgehörter Ausdruck aktuell…). Ein Segelschiff einer Familie mit tussiger Teenytochter (so ihre Worte), kommt mit nur zwei Fendern rein. Die Crew eines grossen Luxussegelschiffs gleich daneben ist schon etwas angespannt und steht mit weiteren Fendern bereit, um ihr auf Hochglanz poliertes Schiff zu schützen. Beim Versuch die Festmacherleine zu werfen fällt die Markierboje über Bord und der Skipper auch fast. Beim nächsten Versuch wirft die Teenytochter mit langen Gelfingernägeln sichtlich angewidert eine Leine, die aber hoffungslos zu kurz ist und entsprechend im Wasser landet. Irgendwann schaffen sie es dann aber auch noch ihr Schiff fest zu machen. Unsere Älterste kugelt sich vor Lachen, als sie ihre Erlebnisse erzählt.

Wir bezahlen die € 8.50 für den Liegeplatz beim offiziellen Hafenbüro. Der selbsternannte „offizielle“ Agent wollte für das Gleiche ganze 50 Euro haben. Eine ziemlich dreiste Masche. Nach einem Gespräch mit dem Hafenbüro erfahren wir, dass hier offenbar etwas mafiöse Verhältnisse vorherrschen und das kleine Büro des offiziellen Hafens, welches zur Unterbindung dieser Aktivitäten nun im Hafen aufgestellt worden ist, seltsamerweise auch schon mehrfach beschädigt worden ist. Dummerweise befindet sich das eigentliche, grosse Hafenbüro ganz am anderen Ende des grossen Hafens, was bisher offenbar Tür und Tor für Abzockerei geöffnet hat.

Das Städtchen ist sehr touristisch und gefällt uns so lala. Die Mädchen freuts, dass auch Mats, der kleine Junge, den wir in Katakolo angetroffen haben, da ist. Sie besuchen ihn und sie besuchen uns, Mats liebt unseren glänzenden Abfalleimer, all die Spielsachen auf unserem Schiff und die Bespassung durch unsere drei Mädchen.

Poros Kefalonia

Am nächsten Tag geht es bereits weiter auf die Insel Kefalonia. Es pustet wie verrückt und hat richtig Welle, als wir in Poros ankommen. Auf dem Hafenfunk antwortet niemand. Wir fahren kurz in den kleinen Hafen rein, entscheiden uns dann aber, dass es uns zu heikel ist, bei dem wenigen Platz und den unklaren Tiefenverhältnissen alleine anzulegen. Wir lassen den Anker vor dem Hafen fallen und machen es uns gemütlich. Es wellt und schwankt ziemlich fest, zum Glück sind wir bereits seefest. Nach dem Znacht entscheiden wir uns kurzerhand für einen Filmabend und schauen im Cockpit mit Decken die Konferenz der Tiere.

Am nächsten Morgen besuchen wir das kleine Dörfchen. Der Strand und die kleinen Mini-Büchtli sind wunderschön. Beim Frühstück sehen wir zum ersten Mal Zykaden. Etwas später entdecken wir noch eine kleine Gottesanbeterin. Ein Australier, der zufällig daneben steht, sagt uns, dass die Gottesanbeterinnen gerne auf die Hand genommen würden. Wir testen es und prompt klettert sie wie wild auf uns allen herum.

Nach einem erfrischenden Bad von der Badeplattform (die Mädels werden immer mutiger und die Mittlere hüpft bereits selbstsicher ohne Schwimmweste ins Wasser) ziehen wir weiter mit Ziel Atokos.

Blog von der Mittleren (6)

By Familienauszeit, Girls

Ich und meine Familie sind für 3 Monate nach Griechenland gefahren und wir sind nur noch 4 Wochen hier. Gefallen hier hat mir der doppelseitige Strand und Ormos Desimi. Dort hatte es ein leckeres Café. Es heisst Café Rosa / Thea. Ich nenne es aber Café Pink 🙂 . Es hatte leckere Pancakes habe ich gefunden.

Ich bin jetzt in einem Hafen. Wenn wir mit viel Krängung segeln mag ich das nicht so. Unser Boot heisst Quetzal und sie ist 31 Jahre alt. Ich mag es wenn wir im Cockpit Musik hören.

Ich gumpe sehr gerne von der Badeplattform vom Schiff aus ins Meer. Das mache ich jetzt sogar ohne Schwimmweste.

Foto Meerhüpfen

Wir haben eine süsse grüne kleine Gottesanbeterin gesehen. Es war vermutlich ein Baby. Weil in einem Griechenlandbuch, das wir gelesen haben, stand, dass die Gottesanbeterin normalerweise so lang ist wie ein Kaugummipäckli. Sie sitzen am liebsten auf den Händen, hat uns ein Mann aus Australien gesagt. Ich nahm sie deshalb auf die Hand.